Interpellation betreffend Nutzung des Solarpotenzials in der Gemeinde Risch
Die Energiewende ist eine der grossen Herausforderungen unserer Zeit, und die vermehrte Nutzung von Solarenergie spielt dabei eine zentrale Rolle. Laut einer aktuellen Analyse von SRF werden in der Schweiz nur rund 10 Prozent der geeigneten Dachflächen für die Produktion von Solarstrom genutzt. Auch im Kanton Zug gibt es trotz eines überdurchschnittlichen Ausbaus weiterhin ein grosses ungenutztes Potenzial. Für die Gemeinde Risch zeigen die neuesten Daten, dass aktuell 15.82 Prozent des Solarpotenzials und damit 11’215 Kilowatt-Peak (kWp) genutzt werden. Das bedeutet, dass rund 84 Prozent der geeigneten Dachflächen für Solarenergie in Risch noch ungenutzt sind. Das gesamte Potential in der Gemeinde Risch beträgt 73 Gigawattstunden (GWh) Jahresproduktion (entspricht ca. 80 Megawatt-Peak (MWp)). Angesichts der nationalen Klimaziele sollten in der Gemeinde Risch bis 2030 das Doppelte, bis 2040 das Dreifache und bis 2050 das Vierfache an erneuerbare Energieträger in der Energieversorgung zum Einsatz kommen. Kombiniert mit der steigenden Nachfrage nach erneuerbaren Energien stellt sich die Frage, wie die Gemeinde Risch ihre Rolle als Energiestadt weiter ausbauen und das Solarpotenzial besser ausschöpfen kann. Vor diesem Hintergrund ersuchen wir den Gemeinderat um die Beantwortung folgender Fragen:
- Welches konkrete Ausbauziel für Photovoltaik (kWp oder GWh/Jahr) verfolgt die Gemeinde bis 2030 / 2040 und welcher Anteil fällt dabei der Fassadenphotovoltaik zu? Wie wird das Ziel „technisches und wirtschaftliches Potenzial ausgeschöpft“ messbar definiert?
- Welche öffentlichen Gebäude und gemeindeeigenen Liegenschaften sind noch nicht mit (Fassaden-)Photovoltaikanlagen ausgestattet? Gibt es konkrete Pläne oder Strategien, diese Gebäude mit Solaranlagen auszurüsten und wo sinnvoll mit Speichersystemen zu kombinieren?
- Welche Rolle sollen Batteriespeicher im kommunalen Energiesystem in Zukunft spielen (Eigenverbrauch, Netzstabilisierung, Notstrom)?
- Welche Hindernisse sieht der Gemeinderat für eine stärkere Nutzung von Solarenergie in der Gemeinde Risch?
- Welche Fördermassnahmen und Unterstützungsangebote existieren für private Haushalte und Unternehmen in Risch, die in Solarenergie investieren möchten? Gibt es Überlegungen, regulatorische oder finanzielle Anreize zu schaffen, um den Ausbau von Solaranlagen zu erleichtern und wie sehen die aus? Wäre eine Harmonisierung mit bestehenden Massnahmen von der Stadt Zug im Bereich Elektrizität denkbar?
- Wie unterstützt die Gemeinde die Bildung von Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch (ZEV) oder lokalen Energiegemeinschaften (LEG)?
- Inwiefern arbeitet die Gemeinde Risch mit anderen Gemeinden, dem Kanton Zug oder Energieversorgern zusammen, um die Nutzung von Solarenergie gezielt zu fördern? Welche kantonalen oder nationalen Programme könnten für den weiteren Ausbau genutzt werden?
Die Gemeinde Risch hat als Energiestadt eine Vorbildfunktion in der nachhaltigen Entwicklung und könnte durch eine gezielte Strategie zur verstärkten Nutzung von Solarenergie einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten.
Wir danken dem Gemeinderat für die Beantwortung unserer Fragen und hoffen, dass die Diskussion zu konkreten Massnahmen zur besseren Nutzung des Solarpotenzials in der Gemeinde Risch führt.