Die «10-Millionen-Schweiz-Initiative» wird als Nachhaltigkeitsinitiative verkauft, ist in Wahrheit aber ein radikaler und brandgefährlicher Eingriff in das Fundament unseres Landes. Sie gefährdet unseren Wohlstand, unsere soziale Sicherheit und unsere internationalen Beziehungen.
Das Risiko betrifft unter anderem unser Verhältnis zu Europa: Die Initiative verlangt bei Erreichen der Bevölkerungsgrenze das faktische Ende der Personenfreizügigkeit. Dies würde unweigerlich zur Abschaffung der Bilateralen Verträge führen. Unsere Wirtschaft verlöre somit den barrierefreien Zugang zum wichtigsten Handelspartner. Schlimmer noch: Mit dem Wegfall der Verträge würden auch die flankierenden Massnahmen ersatzlos gestrichen. Der bewährte Schutz vor Lohndumping und der Schutz der Schweizer Löhne wären damit Geschichte.
Gleichzeitig verschärft die Initiative die Probleme unserer älter werdenden Gesellschaft. Wenn wir den Zuzug von dringend benötigten Fachkräften künstlich mit dieser 10-Millionen-Initiative abwürgen, fehlen Beitragszahlende in den Sozialwerken. Die Konsequenz im Inland wäre ein massiver Anstieg des Pensionsalters für uns alle, um die Renten sichern zu können.
Kurz gesagt: Diese Initiative ist hochgradig gefährlich und abzulehnen. Sie löst keine Infrastrukturprobleme, sondern isoliert die Schweiz, sie gefährdet auch Arbeitsplätze und schwächt unsere Renten. Sagen wir Nein zu diesem unnötigen Eigentor.

Nerina Itin, Vorstandsmitglied Grüne Risch-Rotkreuz, Rotkreuz