«Mami, chunt etz de Herbscht?»
Diese Frage stellte mir meine Tochter beim Anblick der vielen vertrockneten Blätter, die bereits Ende Sommerferien auf den Boden fielen. «Nein, der Baum hat Durst. Weil ihm das Wasser fehlt, geht er jetzt schon in den Winter», antwortete ich. Dies macht nachdenklich und besorgt. Denn solche Bilder kenne ich aus meiner eigenen Kindheit nicht. Das ist neu. Wer sich wie ich politisch engagiert und Fragebögen wie Smartvote ausfüllt, stösst oft auf die rhetorische Frage: „Soll Umweltschutz auf Kosten der Wirtschaft gehen?“ Als müssten wir uns entscheiden: Entweder Wirtschaft, damit alle genug verdienen – oder Umweltschutz, damit unsere Kinder nicht irgendwann unsere grossen Umweltschäden aufräumen müssen.
Doch hier gibt es zwei Vorzüge, wenn wir es denn wollen: Umweltschutz schliesst wirtschaftlichen Erfolg nicht aus. Wie der Chemiker Michael Braungart mit dem «Cradle to Cradle»-Prinzip zeigt, können Produkte so entwickelt werden, dass sie vollkommen gesund für Mensch und Umwelt sind. Oft spart der Verzicht auf gefährliche Inhaltsstoffe sogar teure Schutzmassnahmen und Produktionskosten.
Es ist so, im Alltag fällt es uns manchmal schwer, immer die richtigen Prioritäten zu setzen. Mit dem Finger auf die Fehler anderer zu zeigen, bringt uns nicht weiter. Entscheidend ist, dass wir daraus etwas lernen. Fangen wir an, konstruktive und nachhaltige Lösungen gemeinsam zu entwickeln: Für unsere Umwelt, unsere Gesundheit und für die nächste Generation.
Patricia Gasser, Gemeinderatskandidatin Risch, Rotkreuz